|
Anspruchsvolles Gipfeltreffen
Über 240 kompakte Kilometer erlebt der geübte Alpencrosser 100% Schweiz, viel Hochalpines, kaum Asphalt. Diese Tour wurde vom Insider alpencross.ch für Könner konzipiert. Sie ist fahrtechnisch anspruchsvoll, aber auserlesen und sicher geführt. Das Besondere dieses Transalps: Streckenoptimiertes Pässe-Hoppen ohne Distanzkilometer. Fünf Königsetappen sozusagen. Die Tour enthält Abschnitte, auf denen nur noch Wanderer und ortsansässige Höhenfreaks anzutreffen sind.
Das bergige Rheinland der Schweiz
Aus dem rebbergenreichen Rheintal des Kantons Graubünden biegt der Rhein nach Liechtenstein ab. In dieser Wiege der sagenhaften Heidi-Geschichte startet unser Abenteuer. Der Heinzenberg ist unsere erste grosse Herausforderung. Sanft im Anblick, nahrhaft in der Kurbel. Zwischen Vorder- und Hinterrhein eingekeilt ist er ein beliebter Ski- und Wanderort für Einheimische.
Schon bald knabbern waldige Forstwege mit steilen Zwischenanstiegen an unseren Waden. Höhe muss sich hier jeder erkämpfen. Danach kommen vor allem die Single-Trail-Liebhaber auf die Rechnung – der Heinzenberg hat für fast jeden Gusto etwas in Reserve. Ein vornehmes Gipfelziel bietet der Glaspass: so fragil sein Name, so transparent und klar sein Rundblick.
Faszination Hochalpen Der zweite Tag beginnt mit einer Feuertaufe für jeden Downhiller. Auf dem Abstieg nach Safien Platz wird klar, wer mit dem Mountainbike schon als Kind die Haustreppe gefahren ist – schieben ist immer erlaubt. Das verlassene Safiental mit seinen zahllosen Heuspeichern windet sich elegant flussaufwärts. Bald wird klar, warum sich Alpen-Insider hier verweilen: dem Zauber der Hochalpen kann man sich kaum entziehen. Auf einem teilweise fahrbaren Steinplatten-Pfad erreichen wir die höchste Spitze dieser Tour auf fast 2500 Metern über Meer.
Was jetzt kommt, bleibt legendär: der anspruchsvolle Singletrail der farbenprächtigen Hochebene Riedboden wartet mit der ganzen Gerätschaft eines modernen Bike-Parks auf. Ein ausgekochter Serpentinenweg sorgt für Kurzweil auf der Abfahrt zu den Thermen von Vals und den Coke-Fabriken als neue Besitzer des traditionellen Valser Wassers. Die Abfahrt durchs Valsertal sorgt für wohlverdiente Vorfreude auf eine familiäre Unterkunft mit 4-Gang-Menü eigens für uns.
Flankentrail mit gesegneter Aussicht Tag drei ist eine große Belohnung. Fürs Auge und die Muskeln. Der Berg geht zwar gleich zur Sache. Aber schon erteilt uns die Kapelle San Gion den Segen für die kommenden Kilometer – und für das bevorstehende Panorama. Wir begeben uns auf eine märchenhafte Talseitenroute. Mit atemberaubenden Ausblicken auf Panixer, Tödi und das gesamte hochalpinen Skiparadies des mondänen Wintersportorts Flims-Laax.
Immer auf der Zwischenhöhe bleibend genießen wir das gehaltvolle Auf und Ab unseres Flankentrails und folgen so dem Vorderrhein, der sich 1000 Meter tiefer ins Flussbett frisst. Unser Dessert lassen wir uns nach der Mittagspause regelrecht auf den Dämpfern zergehen: ein grandioser Waldabschnitt, den auch unsere Bikes so schnell nicht vergessen werden. Zum Abschluss leisten wir dem Rhein noch ein paar Kilometer Gesellschaft, hinauf bis zur Klosterstadt Disentis.
Männerpass mit Frauenpower Unser heutiges Programm ist ehrgeizig – die Ausdauer dankt uns das vorabendliche Speicherfüllen. Kräuterpfad klingt harmlos, ist es aber nicht. Als Startschlucht mit schweisstreibender Schiebepassage führt er uns hinauf ins Val Medel. Über diese Route wird der Alpenhauptkamm angefahren. Unsere motorisierten Namensvetter tun es auf der Lukmanier-Passstrasse. Wir natürlich nicht.
Die Höhenmeter sind heute nicht kostenlos. Dafür der hochalpine Fernblick. Beim Stausee Lai da Sontga Maria wähnen wir uns am Ziel; sind es aber nicht – noch nicht. Dem Alpenhauptkamm entlang steigen wir weitere 300 eitle Höhenmeter über das Val Termine hinauf zum Passo del Uomo. Der Männerpass hat auch für Frauen etwas übrig. Vor allem, weil sie seiner Schönheit häufiger die gebührende Ehre erweisen.
Ab hier zeigt uns das Val Piora seine ganze Breitseite und lädt ein zu anspruchsvollem Singletrailing über Alpweiden und Bergpfade hinunter zum Lago Ritòm. Die heutige Talfahrt nach Airolo kürt uns zu hochkarätigen Alpencrossern.
Hexenhafte Krönung Mit der letzten Etappe erhält diese Alpenüberquerung ihren Ritterschlag. Und wir damit. Im Val Bedretto starten wir Richtung Nufenenpass und steigen dann in die Bergflanke hinein, hoch zur Alp Cristallina. Über das kaum je besuchte, trichterförmige Val Torta – mit „Tal der Torturen“ zwar falsch aber passend übersetzt – erkämpfen wir uns mit schierer Muskelkraft den Passo del Naret. Trittsicherheit und Schiebeausdauer sind hier absolute Notwendigkeit.
Die Krönung ist allerdings königlich: Es empfängt uns eine Gipfelarena, zum Greifen nah, gewaltig, bedingungslos. Die Mühen des Aufstiegs sind wie weggeblasen, die verwunschene Kargheit der spitzen Formationen vollendet ihr Hexenwerk. Wir sind überwältigt.
Es prämiert uns eine endlose Abfahrt zum Val Sambuco und dessen Stausee und von da gelangen wir durchs Maggia-Tal hinunter zur Festivalstadt Locarno am prominenten Lago Maggiore. Dieser brillante Transalp bietet ein erfolgsverwöhntes 5-Tages-Fest für Alpencrosser mit hochkarätigen Ansprüchen.
|